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Krisenintervention

Erste Hilfe für die Seele und dabei (falsche) Hoffnung zerstören

Was ist Krisenintervention?

Sie findet statt, wenn schwerwiegende Ereignisse wie z. B. schwere Verkehrsunfälle, Katastrophen, Brand, Todesfälle, Geiselnahme, Vergewaltigung, Häusliche Gewalt ihre physischen und psychischen Spuren hinterlassen haben.

Für solche Situationen steht, um sofortige seelische Hilfe zu leisten zu können, der Kriseninterventionsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes zur Verfügung.
Neu eingerichtet ist dieser Fachdienst seit Juni 2006 jetzt auch im Landkreis Günzburg als Fachdienst des Bayerischen Roten Kreuzes. Er kann 24 Stunden täglich über die Rettungsleitstelle Tel. 08221/19222 erreicht werden. Die ärztliche Leitung hierüber hat Frau Dr. Birgit Kennel, Ichenhausen, die fachliche Organisation liegt in den Händen von Frau Andrea Berchtold, Ichenhausen-Hochwang.

 

Der Kriseninterventionsdienst ist dabei nicht gleichzusetzen mit der Notfallseelsorge. Beide Dienste arbeiten Hand in Hand bei der Aufarbeitung traumatischer Erlebnisse und ergänzen sich gegenseitig. Dabei ist der wesentliche Unterschied der, dass der Einsatz von KID in der Regel nach ca. 3 Stunden beendet ist.
Seit Bekanntwerden des Dienstes steigen die Einsatzzahlen stetig an und verdeutlichen so dessen dringende Notwendigkeit.

KID AUFGABEN

Aufgabe von KID-Mitarbeiter/n/innen:
Erste psychische Hilfe und Begleitung bieten,falsche Hoffnung nehmen

Zu den Einsatzarten bzw. Einsatzgebieten eines KID-Mitarbeiters gehört die psychosoziale Betreuung bei und nach belastenden Ereignissen wie z.B. akute Todesfälle, Geiselnahme, Vergewaltigung, Großschadensereignisse, plötzlicher Kindstod, schwere Verkehrsunfälle, Überbringung von Todesnachrichten in Begleitung der Polizei, Folgen nach häuslicher Gewalt und die Abschiednahme von Toten.

Vorrangige Aufgabe von KID Mitarbeitern ist es, die reale Situation ungeschönt darzustellen, mit dem/den Betroffenen zu besprechen und keine nicht einzuhaltenden Illusionen aufzubauen. Daher kommt auch der Leitsatz für KID: Wir zerstören (falsche) Hoffnung. Je früher ein Betroffener seine tatsächliche Situation erkennt, desto eher kann er mit deren seelischer Aufarbeitung beginnen. Der Helfer versucht dabei im Gespräch Strukturen für einen weiteren Verlauf nach dem schwerwiegenden Vorfall aufzuzeigen, bespricht die unmittelbar nächsten Schritte, die zu tun oder zu erwarten sind und weist auf mögliche Stellen hin, die unterstützen können. Er klärt auch das soziale Umfeld des Betroffenen ab und informiert im Bedarfsfall entsprechende Institutionen.
Die Dauer eines KID-Einsatzes bewegt sich ungefähr zwischen 1 und 3 Stunden. In notwendigen Fällen sollte danach die ggf. empfohlene professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.

KID AUSBILDUNG

Ausbildung und Erfordernisse Die Fachdienstleitung mit ihren Einsatzkräften sucht ständig nach weiteren ehrenamtlichen männlichen und weiblichen Mitarbeitern, die bereit sind, ihre Zeit in den Dienst am Mitmenschen zu investieren. Wer sich zur Mithilfe entschlossen hat, erhält eine umfangreiche Ausbildung u.a. in Erster Hilfe und erweiterter Erster Hilfe, Funkeinweisung, einen Basis-Notfall-Nachsorge-Kurs, einen Grundlehrgang in der Krisenintervention, Praktikas im Rettungsdienst, und Hospitationseinsätze sind ebenso Bestandteil wie die ständige Weiterbildungen und Supervision. Erfordernisse für eine Mitarbeit sind ein Beitrittsalter von mind. 25 Jahre, die Absolvierung der Ausbildung, der Dienst nach der Ausbildung, psychische und physische Stabilität, Führerschein Kl. III und keine schwerwiegende Erkrankung.

Entlohnung

KID-Günzburg arbeitet auf rein ehrenamtlicher Basis. Finanziellen Lohn für die Helfer gibt es nicht. Motivation dieser freiwilligen Einsatzkräfte ist die tief aus dem Herzen kommende nachträgliche Dankbarkeit der betroffenen Menschen, die erfahrene Nähe, die der Einzelne zu spüren bekommt und die nicht mit Geld aufzuwiegen ist. Viele, die KID aus einem tragischen Ereignis heraus kennen gelernt haben, zählen heute zu den Spendern oder Paten des Dienstes.

KID FINANZIERUNG

Finanziert und unterstützt wird dieser Dienst rein aus Spendengeldern und Einnahmen aus Patenschaften.
Solche Patenschaften sind berechenbare Einnahmen und daher wichtige Grundlage zur Finanzierbarkeit dieser Einrichtung. Jeder - Einzelpersonen sowie Firmen oder Behördenstellen oder sonstige Organisationen - kann eine solche Patenschaft mit einer monatlichen Abbuchung (die Höhe kann selbst bestimmt werden) übernehmen und auf diese Weise oder durch Spenden KID unterstützen.

Sparkasse Günzburg-Krumbach BLZ: 72051840
Spendenkonto: 240 008 946
Verwendungszweck: Spende KID

Paten - Telefon Hotline: 08221 - 3604 33

Dass diese Einrichtung überhaupt eingerichtet werden konnte, verdankt KID überzeugten Paten und großzügigen Spendern, denen unser großer Dank gilt. Sie ermöglichten die Anschaffung und Bezahlung von grundlegenden Dingen wie die Ausbildung der ersten Helfer, ein Einsatzfahrzeug, Funkmelder für die Helfer, eine komplette Notfallausrüstung, Einsatzmappen etc.. Natürlich hoffen die engagierten und hoch motivierten Helfer, dass ihr Einsatz auch weiterhin von Spendern und neuen Paten unterstützt wird.